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01.06.2026

Geistliches Wort

Heike ThiloHeike Thilo

Unsere Pfarrerinnen und Pfarrer kommen hier im Wechsel zu Wort.

Midsommar! Bald ist es wieder so weit! Was fällt Ihnen und euch zuerst zum Thema „Midsommar“ ein? Der schwedische Möbelladen mit attraktiven Preis-Angeboten, junge Mädchen mit Blütenkränzen im Haar, lange Tafeln auf saftigen Wiesen? Das sind zumindest sind die Bilder, die wir regelmäßig Ende Juni zu sehen bekommen. Midsommar wird heute immer zwischen dem 20. und 26. Juni gefeiert. Es ist das Fest des längsten Tages im Jahr, bevor die Dunkelheit wieder zeitlich zunimmt, eben Mittsommer. Besonders in Nordeuropa wird der Tag mit Feuern, Musik und besonderen Speisen gefeiert. 

Ursprünglich wurde es am 24. Juni gefeiert und ist so mit dem christlichen Johannistag verschmolzen. Der Tag der Geburt Johannes des Täufers, der für Christinnen und Christen die „Halbzeit“ zum Weihnachtsfest markiert. Dies kann man „biblisch errechnen“, denn als Maria von dem Engel die Kunde ihrer Schwangerschaft erhält, sagt er zu ihr: „Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, ist auch schwanger mit einem Sohn, in ihrem Alter, und ist jetzt im sechsten Monat, sie, von der man sagt, dass sie unfruchtbar sei.“ (Lk 1,36) Da treffen zwei Wunder aneinander. Maria ist sehr jung und „weiß von keinem Mann“, Elisabeth eigentlich schon zu alt für ein Kind. Sie und ihr Mann Zacharias haben es sich lange sehnlichst gewünscht. Dem Kind der beiden gilt eine große Verheißung: Johannes soll er heißen: „Gott ist gnädig“, und er wird zum Wegbereiter von Jesus. Später ist er der etwas eigentümliche Typ mit Kamelhaarmantel, der Heuschrecken isst, zur Umkehr ruft und Jesus tauft. Und sagt passend zu sich und den wieder kürzer werdenden Tagen im Jahr über diesen Jesus: „Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“ (Joh 3,30)

Auch hierzulande gibt es Traditionen zum Johannistag: Mancherorts werden Feuer entzündet zur Sommersonnenwende. Das Licht, das die Johannisnacht erhellt, ist zugleich ein Hinweis auf das Licht, das in der dunklen Nacht über dem Stall in Bethlehem plötzlich hell scheinen wird.

Ja, am längsten Tag des Jahres scheint Weihnachten noch weit entfernt. Aber wir haben nun ein halbes Jahr Zeit, uns vorzubereiten und Jesus „wachsen zu lassen“. Und wir können mit dem Vertrauen, dass das Licht mitgeht, in die dunkler werdenden Tage gehen.

Einen schönen Johannistag,
Ihre und eure Pfarrerin Heike Thilo

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