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01.06.2022

Geistliches Wort

Meike Naumann, Bad Nauheim-KernstadtMeike Naumann, Bad Nauheim-Kernstadt

Unsere Pfarrerinnen und Pfarrer kommen hier im Wechsel zu Wort. Somit können Sie sich als Leser aus unterschiedlichen Perspektiven der Kirchengemeinden in unserer Stadt und deren Ortsteilen anregen lassen.

Der Himmel freue sich, und die Erde sei fröhlich, das Meer brause und was darinnen ist. Das Feld sei fröhlich und alles, was darauf ist; es sollen jauchzen alle Bäume im Walde. (Psalm 96,11+12)

Haben Sie schon einmal ein lachendes Feld gesehen? Oder einen Himmel, der sich freut? König David anscheinend schon, denn er hat wohl diesen Psalm geschrieben. Und ich kann mir vorstellen, was er meint! Nicht nur wir Menschen sollen Gott loben, auch die Natur gehört ja zu Gottes Schöpfung. Jedes Blatt, das an einem Baum wächst, sagt: „Schau, Gott hat mich gemacht!“ Wenn am Abend die Sonne untergeht, dann wird der Himmel in leuchtenden Farben bemalt, so lobt der Himmel seinen Schöpfer. Wenn der Wind durch die Blätter der Bäume rauscht, dann singt er von Gott. Mal laut und mal leise. Die Natur kann gar nicht anders, sie muss Gott einfach loben. Es ist „in ihr drin“. In den letzten Wochen ist die Natur um uns herum förmlich explodiert. Nach dem langen grauen Wintertagen, blüht und grünt es überall. Die Wärme und der Regen lassen alle Saat aufgehen und die Bäume stehen im vollen Laub. Der Gesang der Vögel beginnt bei Sonnenaufgang und verstummt erst spät am Abend. Dies alles zu erleben, tut mir gut und bringt meiner Seele ein wenig Ruhe. Denn bei aller Freude über den Frühling, ist es doch ganz deutlich: unsere Welt keine heile Welt. Das erfahren wir gerade jetzt. Täglich erreichen uns Nachrichten, die uns in Angst und Schrecken versetzen. Es gibt so vieles, was nicht in ein Loblied passen mag. Sorgen um das Jetzt, aber auch um die nahe Zukunft belasten uns. Wie wird sich unser Leben verändern? Eine Krise wird von der anderen abgelöst. Und auch der Natur ist nur eine kurze Atempause vergönnt. Wie wird es weitergehen mit dem Klimaschutz?

Trotz allem: Halten wir unsere Augen offen! Schauen wir nach den vielen schönen Dingen, die auf Gott hinweisen. Die Dingen, die unserer Seele Ruhe schenken und uns so Kraft geben für unseren Alltag. Damit wir uns gestärkt gerade jetzt für den Frieden und die Bewahrung der Schöpfung einsetzen und uns nicht entmutigen lassen. Eine schöne Blume, ein Schmetterling, der Wind auf unserer Haut, ein netter Gruß, ein freundliches Lächeln. All das erzählt uns von Gott.

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